1 Jahr als digitaler Nomade unterwegs…Was ist seitdem passiert?

Bald jährt sich mein einjähriges Jubiläum als digitaler Nomade – und eines kann ich sagen: Dem ganzen Gejammer auf der Welt kann ich entgegenhalten: Es war die beste und erfolgreichste Zeit meines Lebens. Doch was ist seit meinem Abflug im März 2020 und heute passiert? Welche Herausforderungen gab es für mich? Was habe ich gelernt? Was habe ich erlebt? Und was kann ich dir davon mitgeben?

Fangen wir ganz von vorne an: Voller Vorfreude habe ich im Februar 2020 alle Zelte in München abgebrochen. Alles Überflüssige ist auf dem Sperrmüll oder bei dankbaren Abnehmern gelandet. Einmal Tabula Rasa mit meinem alten Leben. Mit nur noch zwei Umzugskisten machte ich mich auf zu meinen Eltern und bereitete mich auf den Abflug nach Thailand vor.

Es gab erste Gerüchte zu einem Lockdown wegen ein paar Corona-Fällen in Deutschland, doch niemand konnte dieses Ausmaß erahnen. Gemeinsam mit meinem Bruder ging es dann schließlich in das Land des Lächelns. Ich war froh, den grauen Alltag in Deutschland endlich für immer hinter mir gelassen zu haben. Rein in die Sonne und ins Abenteuer. Endlich hatte ich das geschafft, was ich mir mit harter Arbeit und Durchhaltevermögen erarbeitet hatte.

Aus geplanten mehreren Monaten in Thailand wurden 12 Tage. Die Rückflugpreise stiegen minütlich, die Krisenflieger der Bundesregierung nahmen ihre Arbeit auf und auch ich dachte mir: In ein paar Wochen wird es schon wieder vorbei sein, dann kann ich wieder nach Thailand zurück. (Plottwist: Thailand habe ich seitdem nicht mehr wieder gesehen).

Eine herausfordernde, aber lehrreiche Zeit im Lockdown bei meinen Eltern (ich hatte ja meine Wohnung gekündigt) folgte. Eine Zeit, in der ich viel über mein Inneres, meine Pläne und auch mein Business nachdenken musste und durfte. Rückblickend wahrscheinlich einer der wertvollsten Erfahrungen meines Lebens. Denn es folgte eine komplette Neuausrichtung. Durch diesen Prozess wurde mich auf einmal kristallklar, was ich wollte vom Leben, meinen Beziehungen und als Business. Eine Klarheit, die sich seitdem durch mein komplettes Handeln und Denken zieht. Ich verabschiedete mich von der Ego-getriebenen Salesmaschine, die ich war und startete damit, meine kreative Ader auszuleben.

Ich startete meinen Blog Unternehmen-Freiheit.de. Hier konnte ich über meine Erfahrungen, die ich auf meiner Reise ins digitale Nomadentum erlebte, berichten und andere inspirieren. Gleichzeitig schrieb ich für Kunden Blogartikel, um mir mein Leben zu finanzieren. Gestartet bin ich mit heute lächerlichen 2ct/Wort. Es hat mir viel Spaß gemacht und bald konnte ich auch wieder losstarten zu reisen.

Im Juli ging es los. Mein erstes Post-Lockdown-Ziel war die Türkei. Parallel hörte ich auf, mir die tägliche Nachrichtenscheiße zu geben (ein unfassbarer Frieden für den Kopf – kann ich nur jedem empfehlen). In der Türkei war Corona quasi nicht existent. Alles hatte auf, die Menschen feierten auf den Straßen – die Gastfreundschaft war unglaublich (Mehr dazu hier). Weiter ging es nach Budapest im August. Eine Stadt mit erlesener Architektur und richtig coolen Leuten. Danach Albanien, das mir gar nicht getaugt hat und ich mich mit Covid Symptomen in eine Bergvilla zurückziehen musste. Von dort ging es so schnell wie möglich nach Krakau, wo ich eine regelrechte Pierogi-Sucht (Pierogi sind polnische Teigtaschen) entwickelte. Unfassbar, wie nett unsere Nachbarn sind! 

Nun machte ich den nächsten Schritt und die Erfolge sollten Schlag auf Schlag folgen: Ich entwickelte mich vom einfachen Blogartikel-Schreiberling zum Copywriter (Danke an Philipp Follmer!), veröffentlichte mein erstes Buch (hier kaufen) und begann plötzlich wieder richtig Geld zu verdienen. Ein kurzer Zwischenstopp in Deutschland und ab ins absolute Highlight: Mexiko.

Die Welt stürzt sich ins wirtschaftliche Unglück, in Mexiko läuft es anders. Denn im Gegensatz zu Deutschland gibt es hier keine unendlichen Gelddruckmaschinen. Keine Touristen bedeutet hier im schlimmsten Falle den Hungertod zu sterben. Und das kann ich meinen mittlerweile zahlreichen mexikanischen Freunden nicht antun. Ein Land, das so viel bietet: Wunderbare Strände, von Lockerheit geprägte, lächelnde Menschen und so vieles zum Erkunden. Ich kann hier mit 1.000 € im Monat ein Leben wie ein Millionär führen, ohne Millionär zu sein. 

Das erste Mal im Leben wurde ich nun so richtig sesshaft an einem Ort, ohne bereits wieder an die nächste Destination zu denken. Hier habe ich internationale wie nationale Freundschaften fürs Leben geknüpft. Hier habe ich alles, was ich mir jemals erträumt habe (für 1.000 € im Monat wohlgemerkt) und keiner redet mir rein, was ich zu tun habe und was nicht. Jeden Tag trinke ich meinen Smoothie, springe in den Pool, gehe zur Massage, arbeite produktiv, gehe zum Sport und schaue mir den Sonnenuntergang an. Mehr braucht es wirklich nicht.

Da bleibt eigentlich nur eine Frage:

Warum hat sich mein Leben so entwickelt? Ich wage zu behaupten, dass ich eine Sache konsequent durchgezogen habe: Selbstverantwortung statt Verantwortung abgeben. Lösungen finden statt jammern. Mögen diejenigen, die immer noch rumjammern, diese Story als Inspiration sehen, um endlich den Stock aus dem Arsch zu ziehen, Verantwortung zu übernehmen und Lösungen zu finden!

Glaube an dich und du wirst alle Hindernisse aus dem Weg räumen wie ein Bulldozer! Dann wirst du das Leben führen, was du dir immer gewünscht hast. Denn wie du siehst, es ist möglich und in meinem Falle gar nicht mal so teuer!

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