13 Merkmale eines guten Textes

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Ich bin unglaublich dankbar, solches Feedback zu bekommen. Danke für die Komplimente! Doch das war nicht immer so:

Meine Deutschlehrer haben eher weniger von meinen Texten gehalten. Gedichtanalyse ein Graus. Stilmittel sind scheiße. Alliterationen waren das einzige Stilmittel, welches ich mir merken konnte (Habe aber gerade nochmal gegoogelt, um sicherzugehen).

Einmal habe ich sogar mal richtig abgekackt: Die Deutschlehrerin hat das Buch geleakt, welches in der Klausur drankommen würde. Als findiger Mensch habe ich mir dann eine Buchbesprechung im Internet gezogen. Diese habe ich stichpunktartig auf einen Schmierzettel geschrieben und in der Klausur ausgepackt. Daraus habe ich einen Text produziert, der mit Note 5 bewertet wurde.

Lediglich Erörterungen waren ein Lichtblick mit Noten zwischen 2 und 3. 

Doch in der wahren Wirtschaftswelt zählt nicht, was der Deutschlehrer sagt, sondern was die Leser anspricht. Deswegen bin ich intensiv der Frage nachgegangen, was einen guten Text eigentlich ausmacht. Dabei habe ich 13 wichtige Merkmale eines guten Textes für dich herausdestilliert.

Diese Merkmale eines guten Textes sind meine eigene Beobachtung. Keine Ahnung was meine Deutschlehrer sagen würden. Na ja, interessiert mich auch eher weniger. Denn sie sind keine digitalen Nomaden und damit auch nicht meine Zielgruppe.

 

#1 Story, Story, Story

Klar, Fakten sind wichtig. Aber was nützen sie dir, wenn sie niemals Gehör finden? Kein Mensch kann sich der Faszination von Geschichten entziehen. Denn sie malen Bilder in unserem Kopf. Das ruft Emotionen hervor. Und Emotionen sind die Essenz des Lebens. Mit Emotionen werden die Fakten dann wie beiläufig aufgenommen. Wenn du den Text sachlich halten möchtest, dann schreibe wenigstens anschauliche Beispiele zu den Fakten.

 

#2 Lese viel

Es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen. Wie du an meinem Beispiel mit den unterirdischen Leistungen im Deutschunterricht gesehen hast, musst du dein eigener Lehrer sein. Das geht am besten damit, selbst viel zu lesen. Dann schleift sich ein Gefühl für Texte automatisch ein. Ich versuche im Monat mindestens zwei Bücher zu lesen, das macht ungefähr 50 Bücher pro Jahr. Wenn du Inspiration brauchst, hier findest du die 50 besten Bücher:

50 überragende Bücher für digitale Nomaden

 

#3 Nutze viele Adjektive – richtig geile Powerwords

Wörter verkaufen*. Wie verkaufen wir am besten? Natürlich über Emotionen. Was ruft die stärksten Emotionen hervor? Starke Powerwords. Diese sind meistens Adjektive wie „ultimativ“, „super“, „am besten“, „stark“. Mach doch gleich mal den Test und schau mal, wie viele dieser ultimativ starken Wörter sich hier im Text verbergen.

*Ja auch das Lesen des Textes muss dem Leser verkauft werden.

Mehr dazu findest du hier:

 

#4 Beziehe deine Leser durch Fragen mit ein

Was hat dich am meisten eingeschläfert in der Schule? Höchstwahrscheinlich der langweilige Frontalunterricht. Aufgewacht bist du meistens nur, wenn Fragen gestellt wurden. In einem Text ist es nicht anders. Der Leser will über Fragen bei Laune gehalten werden und mitdenken.

 

#5 Schreibe permanent aus der Sichtweise des Lesers

Kennst du diese Menschen, Webseiten und Berichte, in denen Menschen immer nur von sich sprechen? Oder ein Chaos zwischen „ihr“, „du“ und „Sie“ verursachen? Was interessiert dich am meisten, wenn du diesen Text hier liest? Was ich für ein toller Typ bin oder was du für dich persönlich mitnehmen kannst? Richtig, dein persönlicher Vorteil interessiert dich.  Also schreibe die Sätze immer komplett auf den Leser ausgerichtet. Ausnahmslos. 

 

#6 Schreibe über Dinge mit persönlichem Bezug 

Ich habe festgestellt, dass ich viel besser und flüssiger schreiben kann, wenn die Informationen aus meinem Kopf heraus kommen. Wenn ich etwas nachrecherchieren muss, das ich selbst noch nicht wirklich erlebt oder verstanden habe, fühlt sich das deutlich künstlicher, nüchterner und weniger rund an. Überlege dir also vor dem Schreiben, was du aus deinem Kopf heraus schreiben kannst und fange dann das recherchieren an.

 

#7 Verwende bildhafte Phrasen bis die Schwarte kracht

Wie bereits erwähnt, denken wir in Bildern. Das kannst du mit bildhaften Phrasen verstärken bis der Arzt kommt und es dir zu den Ohren heraushängt. Verwende großzügig Sätze wie_

  • „Fit wie ein Turnschuh“
  • „Nägel mit Köpfen machen“
  • „Mit dem Kopf durch die Wand“
  • usw.

Dein Text wird dadurch deutlich aufgewertet und wirkt weniger gestelzt.

 

#8 Verwende einfache Wörter

Es nützt nichts, wie ein Hochwohlgeborener zu parlieren, wenn den Text am Ende niemand versteht. Alles, was von Erfolg gekrönt ist, basiert meistens auf Einfachheit. Deswegen überschwemme deinen Text nicht mit Fachbegriffen. Halte dich kurz und einfach.

 

#9 Verwende aufwändige Wörter

Wie jetzt  – erst redet er davon, dass man einfache Worte verwenden soll und jetzt doch nicht? Unser Gehirn denkt in Kontrasten. Das kannst du für dich nutzen, indem du humoristisch ein paar alte oder aufwändige Wörter im Text einbaust. Das sorgt fürwahr für allerlei Spektakel.

 

#10 Schreibe in kurzen Sätzen

Lange Schachtelsätze, die mehrere Fakten, am besten zu unterschiedlichen Themen, beinhalten, sorgen dafür, dass der Leser nicht flüssig lesen kann, was in den meisten Fällen dazu führt, dass er den Text wegklickt oder weglegt. 

Besser:

Lange Schachtelsätze machen den Text unleserlich. Denn sie sorgen dafür, dass der Leser nicht flüssig lesen kann. Das führt meistens dazu, dass er den Text wegklickt.

Weniger ist also mehr. Prüfe daher vor dem Veröffentlichen immer, ob es zu lange Sätze gibt. Wenn ja, teile sie in kleine Sätze auf.

 

#11 Schreibe, wie du sprichst

Ich kann mich noch daran erinnern, dass wir in der Schule immer dazu angehalten wurden, sachlich zu schreiben. Was für ein Bullshit (Hier stünde jetzt ein „Umgangssprache“ am Korrekturrand). Diese gestelzte Kacke ist für langweilige Behördenbriefe und -kommunikation hilfreich. Aber nicht für Texte, mit denen du verkaufen, begeistern oder präsentieren willst. Orientiere dich also daran, wie du natürlich sprichst. Und so schreibst du dann auch*.

*Wenn du die ganze Zeit von „Digga“, „Alter“ und „Sheesh“ sprichst, kann auch das erlaubt sein, wenn deine Zielgruppe „Diggas“, „Alters“ und „Habibis“ sind.

 

#12 Führe vom Problem zu Lösung

Kennst du diese Texte, die ewig herumschwafeln und du am Ende doch mit einem Fragezeichen im Kopf zurückbleibst? Vielleicht mag der Text gut geschrieben gewesen sein. Dennoch hat eine ganz wichtige Sache gefehlt: die Lösung.

Gib dem Text eine Art Schleife vom Problem über das Beispiel zur Lösung

Ich hasse nichts mehr, als Menschen, die nur in Problemen denken. Also präsentiere immer die Lösung  zum Problem.

 

#13 Schiebe Flotte Dreier

Mein Haus, mein Auto.

Klingt irgendwie unvollständig, nicht wahr?

Mein Haus, mein Auto, mein Boot.

Klingt schon besser. Versuche bei allen Aufzählungen und aufeinander aufbauenden Sätzen Dreier zu kreieren. Nicht zwei, nicht vier, sondern drei. Das macht deinen Text viel runder.

 

Fazit: Gute Texte sind kein Hexenwerk, wenn du ein paar Grundregeln beachtest

Irgendwann kam diese Erkenntnis bei mir auf, nachdem ich einen lehrreichen Copywritingkurs auf Udemy gemacht habe. Hast du einmal das Grundgerüst, musst du nur noch deiner Fantasie freien Lauf lassen.

Falls dir gerade nichts einfällt, was du schreiben kannst, gehe weg vom Computer. Mache stattdessen Sport, gehe in der Natur spazieren oder unter die Dusche (dort haben wir statistisch gesehen die meisten Einfälle). Du bekommst den Kopf frei und die Ideen fangen an zu sprudeln. Vergiss dabei aber nicht, eine Notizapp oder ein Notizbuch mitzunehmen. Sonst vergisst du wieder alles.

Außerdem lege ich dir die Chrome Extension LanguageTool ans Herz. Sie ist kostenlos und prüft deine Rechtschreibung und Orthografie in Echtzeit.

Wenn du also auch als Wortakrobat durchstarten willst, fang einfach an. Du wirst nur besser, wenn du beständig Texte produzierst. Wenn du Fragen hast, schreib mir einfach. Vielleicht willst du ja sogar mit Texten Geld verdienen. Ich helfe dir gerne!

Gibt es etwas, was deiner Meinung nach noch fehlt für einen guten Text? Schreib mir deine Anregungen gerne in die Kommentare!

Viele Grüße

Dein Constantin

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