Spare dir alle Persönlichkeitsentwicklungsseminare – 22 Meditationen von Marc Aurel

Fast 2000 Jahre alte Weisheiten vom römischen Kaiser und Philosoph Marc Aurel. Ein unglaublicher Schatz an Weisheit. Mit einer Klarheit, die wir in der heutigen Welt so sehr vermissen. Vergiss all die Tschaka-Events und das Rumgehopse. Denn, wenn du diese Meditationen alle umsetzt, brauchst du keine weitere Persönlichkeitsentwicklung machen. Viel Erfolg dabei!

 

#1 Lass dich nicht von Unfreundlichkeit beeinflussen

Wenn du schlecht behandelt oder kritisierst wirst, gibt es zwei Möglichkeiten: 

  1. Die Person hat recht, dann solltest du dich nicht beschweren.
  2. Die Person hat Unrecht, dann mach dir bewusst, wie oft du schon Fehler gemacht hast.

Wenn der andere im Unrecht ist, spreche klar und direkt mit ihm. Sei dabei ohne Hass und Wut oder vermeide gar, eine Show abzuziehen (Da verliert er nur sein Gesicht) und kläre das Missverständnis. 

Wenn das nicht hilft, antworte auf Unfreundlichkeit mit Freundlichkeit. Keiner hält es lange durch, auf Freundlichkeit weiterhin mit Unfreundlichkeit zu reagieren. Deine Aufgabe ist es, ein guter Mensch zu sein und nicht so zu werden wie dein Gegner.

Wenn du auf eine nicht vertrauenswürdige Person hereingefallen bist, suche die Schuld bei dir und überlege, was du nächstes Mal besser machen kannst. Mache dir bewusst, dass es diese Menschen immer auf der Welt gibt. Es wäre töricht, zu denken, dass man immer vor ihnen gefeit wäre. Behalte also folgendes immer im Hinterkopf: egal, was jemand sagt oder tut, es ist deine Aufgabe, gut zu sein.

 

#2 Alles hängt davon ab, wie du Ereignisse interpretierst

Alles ist Interpretation, sagt Marc Aurel. Wie Dinge dich beeinflussen, wird davon bestimmt, wie dein Geist sie interpretiert. Es sind nicht die externen Einflüsse selbst. Für alles was dir widerfährt, kannst du wählen, ob du dich verletzt fühlst oder nicht.

Wenn es beispielsweise regnet, kannst du dich darüber aufregen, dass du nass wirst. Oder du kannst einfach dankbar sein, dass du lebst und die Nässe überhaupt spüren kannst.

Wenn du dich fragst, wie du die Kontrolle über deinen Geist bekommst, hast du hier die Antwort: Du bekommst die dadurch, dass du allen Dingen einen positiven Frame gibst. Bedenke, dass du deine Gedanken bist. Wähle also weise, welchen Gedanken du erlaubst, in deinem Kopf zu wohnen. 

 

#3 Dein Geist kontrolliert deinen Körper und seine Empfindungen

Was uns von den Tieren unterscheidet, ist, dass wir einen rationalen Verstand besitzen. Oft sind wir Sklave unseres Körpers, weil wir seinen Empfindlichkeiten nachgeben. Wenn du das nächste Mal ins Fitnessstudio gehen willst und du aber müde bist, sage dir selbst, dass du nicht der Unlust/ dem Schmerz nachgeben wirst. Sonst ärgerst du dich über dich selbst, was zu Unglücklichsein führt.

Endloses Leiden kommt nur davon, wenn wir dem Verstand nicht erlauben, seinen Job zu machen, so Marc Aurel. Sobald du die Kontrolle über deinen Geist hast, beginnst du Ergebnisse zu erzielen, die im Vergleich zu vorher „gottähnlich“ sind. Damit erreichst du wahre Glückseligkeit, auch Eudaimonie genannt.

 

#4 Sei achtsam und handle überlegt

Meistens gehen wir mit Autopilot durchs Leben. Über die meisten Handlungen denken wir gar nicht nach. Gewöhne dir an, immer überlegt zu handeln. Beobachte deinen eigenen Geist kritisch, so wie du jemand Anderes beobachten würdest.

Überlege dir jedes Mal, wie du dich gerade verhältst. Verhältst du dich wie ein Tyrann, ein Tier oder ein Kind? Was ist dafür verantwortlich, dass du dich so verhältst? Wenn du deine Handlungen kontrollieren kannst, wird dein Leben deutlich weniger Trouble beinhalten. Wenn du die Handlungen nicht kontrollierst, wirst du ein ungemütliches Leben führen. 

 

#5 Ziehe dich nicht aus der Welt zurück

Als Menschen sind wir Herdentiere und sind aufeinander angewiesen. Erlaube dir nicht, dich über dein Umfeld zu ärgern, dem Hass zu verfallen und gib nicht auf, einen positiven Impact auf die Gesellschaft auszuüben. Wenn du anderen weiterhilfst, entwickelst du automatisch mehr Freude in deinem Leben. 

Lerne Menschen mit Wohlwollen zu begegnen, wenn sie Fehler begehen. Du kannst das einfacher praktizieren, wenn du dir bewusst machst, dass wir alle nur Menschen sind. Wenn wir alle sterben, sind all diese Fehler nur ein Fliegenschiss. Mache dir bewusst, welche Stärken und Talente deine Lieben haben. So denkst du automatisch besser über sie.

 

#6 Deine eigene Meinung über dich ist wichtiger als die Meinung eines Fremden

Wir alle lieben uns alle selbst mehr als alle anderen Menschen.  Wir scheren uns aber mehr um deren als unserer Meinung.

Noch schlimmer ist, wenn wir die Anerkennung von Menschen begehren, die wir nicht mal mögen. Du selbst weißt am besten, warum du tust, was du tust. Du musst dich nicht jedem erklären. Verschwende deine Zeit nicht damit, dich anders darzustellen, als du eigentlich bist. Wir sind in diesem Universum nur eine unbedeutende Randnotiz, also warum so viel Aufhebens um uns machen?

 

#7 Sei offen für Neuausrichtung

Korrigiert zu werden ist besser, als sich die ganze Zeit selbst zu betrügen. Du solltest einen Sinneswandel nicht als Schwäche ansehen. Denn es ist deine eigene, freie Entscheidung, deine Meinung zu ändern, wenn die Fakten gegen deine bisherige Meinung sprechen. Ändere keinesfalls deine Meinung, um anderen zu gefallen oder dich dem Gruppendruck zu beugen.

 

#8 Achte die Freiheit und Selbstbestimmung aller Menschen

Lerne, die freie Meinungsäußerung anderer zu dulden. Du kannst ihre Meinung nicht ändern, konzentriere dich lieber darauf, dich nicht triggern zu lassen von ihrer Meinung. Versuche dich in die Lage des anderen hineinzuversetzen. Lerne außerdem, mit unangenehmen Wahrheiten umzugehen. 

Dieser Grundsatz würde in der aktuellen Zeit vielen Menschen gut zu Gesicht stehen.

 

#9 Habe Selbstachtung

Frage dich bei jeder Handlung, ob du damit deine Selbstachtung wahrst. Unterdrücke jeden Impuls, Dinge von dir zu geben, an die du in Wahrheit gar nicht glaubst. Es kann sein, dass etwas auf den ersten Blick vorteilhaft erscheint, dich dann aber zwingt, ein Versprechen zu brechen oder die Selbstachtung zu verlieren. Mache dich weder zum Sklaven eines anderen, noch zum Tyrannen über ihn.

 

#10 Höre auf, dich zu beschweren

Erledige deinen Job ohne zu jammern! 

Wenn eine Aufgabe vor dir liegt, dann erledige sie und beschwere dich nicht. Wenn du dich der Aufgabe nicht gewachsen fühlst, dann frage jemanden um Rat. Sei dir dafür nicht zu schade.

 

#11 Das Hindernis ist der Weg

Wenn dir etwas Schlechtes widerfährt, sage zu dir selbst: Was eröffnet mir das für neue Möglichkeiten?

In Nr. 2 haben wir ja gelernt, dass deine Reaktion auf ein Ereignis bestimmt, ob du dich gut oder schlecht fühlst. Du kannst einen Schritt weitergehen und überlegen, wie diese Reaktion dir weiterhelfen kann. Das öffnet deinen Geist für Lösungswege. Was dir im Weg steht, wird zu deinem Weg. Meistens sind es die Dinge, die unangenehm sind, durch die du durch musst, um voranzukommen.

 

#12 Widrigkeiten sind Teil des Lebens

Das Universum kümmert sich einen feuchten Kehricht um deine Existenz. Es wird dir immer wieder Steine in den Weg legen. Rückschläge und Tragödien sind Teil des Lebens und keiner bleibt davon verschont. Marc Aurel sagt, dass du nicht dafür beten sollst, dass sie sich nicht ereignen. Sondern, dass du die Stärke hast, das Ganze durchzustehen, wenn sie sich ereignen. Das lenkt deinen Fokus auf das, was du kontrollieren kannst, nämlich der Stärkung deiner Persönlichkeit. Wenn die Ereignisse dann auftreten, bist du wie ein Fels in der Brandung.

 

#13 Durch Widrigkeiten wächst du

Sei nicht verzagt, dass die Dinge passiert sind. Sehe es als Geschenk, dass du sie unbeschadet überstanden hast. Dadurch haben wir die Möglichkeit, uns selbst zu testen und stärker zu werden. Immer, wenn dir etwas Sorgen und Kummer macht, denke daran, dass es kein Unglück ist, sondern dass du daran wächst.

 

#14 Alles ist schon einmal geschehen

Das Universum ist im ständigen Wandel, aber es gibt nichts Neues unter der Sonne. Alle Herausforderungen, die du hast, haben andere vor dir auch schon durchgestanden. Auch wenn Gesellschaft und Technologie sich verändert haben, bleibt das menschliche Verhalten dasselbe. Dein Freund / deine Freundin betrügt dich, ein schmieriger Verkäufer zockt dich ab oder du wurdest bei einer Beförderung übergangen. Alles schon immer dagewesen und wird auch immer da sein. Anstatt dich darüber aufzuregen oder jemanden verändern zu wollen, kümmere dich lieber um Dinge, die du beeinflussen kannst. 

#15 Denke in Lösungen und komme mit dem klar, was vor dir liegt 

Höre auf, ziellos herumzuirren und dich ständig ablenken zu lassen. Gebe dir selbst ein Commitment auf das, was du umsetzen willst. Wenn du Ruhe suchst, mache einfach weniger. Halse dir weniger Projekte auf. Dann setze die Dinge um, als ob sie deine Letzten wären. Lass dich nicht von deinen Emotionen wie eine Marionette herumschubsen und ablenken. Fokussiere dich auf das Hier und Jetzt. Wenn du nicht weiterkommst, frage dich, warum du es gerade nicht aushalten kannst, sie zu tun. Meistens wird dir die Antwort peinlich sein, weil die imaginären Probleme dann lächerlich (klein) erscheinen. 

Marc Aurel sagt: Konzentriere dich stattdessen auf die Tugenden, die in deiner Macht stehen: Ehrlichkeit, Würde, Ausdauer, Strenge, Resignation, Enthaltsamkeit, Geduld, Aufrichtigkeit, Mäßigung, Ernsthaftigkeit, Großmut.

 

#16 Konzentriere dich auf das, was wahr ist 

Wenn es nicht richtig ist, dann tu es nicht. Wenn es nicht wahr ist, dann sage es nicht.

Wenn du etwas Gutes tust, kümmere dich nicht darum, ob es andere wertschätzen oder nicht. Tue nichts in Erwartung einer zukünftigen Gegenleistung. Die Tat an sich ist Belohnung genug und führt zu einem guten Leben.

 

#17 Tu deine Pflicht und vermeide Feigheit

Konzentriere dich darauf, ob deine Taten richtig oder falsch sind. Konzentriere dich nicht auf das Risiko, das deine Taten mit sich bringen könne.

 

#18 Das Leben ist kurz und der Tod ereilt uns alle. Das bedeutet, die Zeit zu handeln ist jetzt!

Erinnere dich, wie oft du schon prokrastiniert hast. Wie viele Chancen hast du schon verschwendet? Bedenke, dass die Zeit auf Erden begrenzt ist. Höre auf, die Zustimmung und Anerkennung von anderen zu suchen. Entscheide dich heute, loszulegen.

Solange du lebst und dazu fähig bist – sei gut!

Sobald du diese Entscheidung getroffen hast, wirst du dein inneres Leiden beenden. Du leidest (zurecht), weil du immer alles auf morgen verschiebst, statt es heute zu erledigen.

Hier gibt es inen mentalen Trick, den Marc Aurel angewandt hat: Stelle dir vor, bereits tot zu sein. Du wirst merken, was du bereuen wirst, wenn du es nicht getan hast. 

Es sei auch eine Schande, mental aufzugeben, wenn der Körper noch stark genug ist.

Auch wenn du mittlerweile zu alt für manche Dinge bist, gräme dich nicht! Denn du hast immer noch genug andere Möglichkeiten, mit denen du Gutes in die Welt bringen kannst.

 

#19 Übe dich darin, wieder in die Spur zu kommen

Das Leben ist wie ein Hindernislauf. Egal, wie geistig gefestigt du bist – es wird immer wieder Dinge geben, die dich aus der Bahn werfen. Egal, was du zu überwinden hast, es wird die Zeit kommen, dass du zum vorherigen Zustand zurückfindest. Mache dir das immer bewusst, wenn dir eine innere Stimme zuflüstert, dass du aufgeben sollst. Sei nicht verzweifelt oder niedergeschlagen, wenn deine Tage nicht voller weiser und moralischer Handlungen sind. 

Lasse dich nicht von deinem Stolz vom Weg abbringen und gebe nicht an. Der Applaus, den du dafür erhältst, ist wertlos, weil er nicht echt ist. 

 

#20 Schaue hinter die Fassade, um herauszufinden, wie die Dinge wirklich sind

Marc Aurel hat eine Methode, den Einfluss von materiellen Dingen abzuschwächen: die Dinge zu betrachten, wie sie wirklich sind:

Teurer Wein ist nur besserer Traubensaft. Violette Gewänder (die vom Kaiser getragen werden) sind nur Wolle, gefärbt mit Muschelblut. Dies gilt nicht nur für materielle DInge, sondern auch für Handlungen und Verhaltensweisen.

 

#21 Bedenke, dass materieller Wohlstand weder gut noch schlecht ist

Reichtum an sich ist keine gute oder schlechte Sache. Sondern nur die Art und Weise, wie man ihn nutzt. Materielle Güter können dein Leben verbessern oder verschlimmern. Deine einzig wahren Güter sind deine Tugenden.

Sei mit dir selbst im Inneren zufrieden. Wenn du dich über materielle Dinge definierst, wirst du niemals frei sein. Du wirst immer neidisch und eifersüchtig sein. Im schlimmsten Falle hast du sogar Angst, dass dir diese Dinge weggenommen werden.

Diejenigen, die sich nach Reichtum sehnen sind fehlgeleitet. Aber auch diejenigen, die ihn verachten und Schuldgefühle haben. Besser ist es, zu lernen, sich nicht von ihm beherrschen zu lassen. Lerne Wohlstand zu nutzen, wenn du ihn hast. Sei aber auch bereit, ihn loszulassen. Verwende ihn, ohne dich zu rechtfertigen, aber auch ohne jegliche Arroganz. Betrachte das, was du nicht hast, als nonexistent in der Welt.

 

#22 Übe dich in Dankbarkeit

Marc Aurel verbringt das gesamte erste Kapitel der Meditationen damit, die Dinge aufzulisten, für die er dankbar ist, sie in der Jugend gelernt zu haben. 

 

Weitere weise Verhaltensweisen, um einen Charakter wie Marc Aurel zu bekommen:

  • Die Zügelung des Temperaments, die Entwcklung eines starken Charakters, Großzügigkeit, Nächstenliebe und Sinn für Humor.
  • Die Bedeutung von der Investition in Bildung, beständige Arbeit und zu lernen, genügsam zu sein.
  • Sich nicht in die Angelegenheiten anderer einmischen und Zeit mit Gerüchten und Verleumdungen verschwenden.
  • Nicht die Zeit mit sinnlosen Kleinigkeiten verschwenden
  • Einfach und direkt schreiben.
  • Die Meinung des anderen ertragen.
  • Nicht die Ausrede “Ich bin zu beschäfitgt benutzen, um Dinge nicht zu tun.
  • Auf Pingeligkeiten und ständige Korrekturen verzichten. 
  • Wenn nötig auf Experten zurückzugreifen.

 

Zu guter Letzt ein letzter Ratschlag vom alten Kaiser: Höre auf, darüber zu reden, wie ein guter Mensch zu sein hat – Sei lieber einer!

Wie haben dir die Meditationen von Marc Aurel gefallen? Bist du ähnlich begeistert davon, wie ich? Setzt du einige schon (unbewusst) um? Welche weiteren Tipps hast du noch?

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