Wie du alles erreichst, ohne ständig Ziele zu setzen [7 Tipps]

  • Nächstes Jahr werde ich 10 Kilo abnehmen!
  • Im nächsten Quartal werde ich 30 % mehr Umsatz machen!
  • Der Sixpack ist nächsten Sommer fällig!

Mit dem Geschreie und Gezappel von Motivationsveranstaltungen im Hinterkopf peitschen wir uns erbarmungslos zu unseren Zielen. Die Ziele sollen sofort und am besten schon gestern eintreten. Doch was steckt dahinter?

Wir wollen glücklich sein. Ausnahmslos. Jeder!

  • Mit 10 Kilo auf den Rippen bin ich endlich glücklich!
  • Mit 30 % mehr Umsatz bin ich endlich glücklich!
  • Mit dem Sixpack habe ich das Glück nur so gepachtet!

Von Zielen versprechen wir uns Glück. Doch hier gibt es zwei Möglichkeiten. Entweder wir erreichen unsere Ziele und wundern uns, warum wir nicht glücklich sind. Oder wir erreichen die Ziele nicht, dann hadern wir mit uns selbst und sind auch nicht glücklich. 

Der britische Philosoph Alan Watts hat gut auf den Punkt gebracht. Sinngemäß sagt er: Viele leben das Leben wie eine Reise. Sie denken nur an das Ziel, an das sie ankommen wollen. An das Ende. Doch damit hätten sie das Leben nicht verstanden. Statt dem Hamsterrad des Zielerreichens hinterherzuhecheln sollten wir lieber das Leben als Musik begreifen. Das Ziel des Lebens ist das Singen und Tanzen!“

Als ich das endlich begriffen hatte, ist Folgendes passiert:

Mein innerer Sklaventreiber vorher
Mein innerer Sklaventreiber danach

Wie kannst du mehr Musik und Tanz in dein Leben bringen? Wie wirst du deinen inneren Sklaventreiber los und lebst ein selbstbestimmtes Leben?

 

Das Geheimnis lautet: Glück ist Routine

Und das Beste ist: Routinen sind erlernbar. Um dir das zu verdeutlichen, erzähle ich zwei Beispiele:

Achim steigt aus dem Bett. Hastig schiebt er sich eine Kippe in den Mund und kippt seinen Kaffee hinterher. Gehetzt fährt er auf die Arbeit. Dort schiebt er den ganzen Vormittag Zettel hin und her. Er ist Sachbearbeiter. Sein Berufsziel war eigentlich immer Arzt. Er hat sich jahrelang eingeredet, dass das Studium mit zu viel Aufwand verbunden ist und ist den leichteren Weg gegangen. In der Mittagspause isst er die vierte Currywurst diese Woche. Am Nachmittag schiebt er wieder Zettel hin und her. Nach Feierabend knallt er sich vor dem Fernseher erstmal ein paar Bier rein und verschlingt eine Aufbackpizza.

Michael steigt aus dem Bett. Die erste Stunde des morgens gehört komplett ihm. Das Smartphone ist aus. Er meditiert, macht ein kleines Workout und frühstückt ein gesundes Müsli. Mit dem Fahrrad fährt er auf die Arbeit. Er hat ein Startup gegründet. Die Idee hatte er seit seiner Jugend. In der Mittagspause geht er spazieren und genehmigt sich einen Obstsalat. Nach der Arbeit trifft er sich mit inspirierenden Personen. Vor dem Schlafengehen reflektiert er sich und seine Gedanken.

Nun die Preisfrage: Ist Achim oder Michael besser dran mit seinem Leben? 

Wie du siehst, haben beide völlig andere Routinen. Während Achim absoluten Raubbau an sich und seinem Körper betreibt, hat Michael Routinen in sein Leben implementiert, die ihn ausgeglichen und lange gesund halten.

Also weg von Zielen, hin zu Routinen. Doch sagt Arnold Schwarzenegger nicht Folgendes?

„You see if you don’t have a vision of where you go and if you don’t have a goal where you want to go, you drift around and you never end up anywhere“

Ja, die Richtung und Vision müssen stimmen. Alles andere erledigen die Routinen. Wie kannst du die Routinen in dein Leben etablieren?

 

#1 Immer nur eine Routine etablieren

Wir wollen immer alles gleich und sofort. Unser Ego wünscht sich das wie ein quengeliges kleines Kind. Doch hier musst du ganz klar deinem Ego widersprechen und Schritt für Schritt vorgehen. Ein Schritt nach dem anderen. Ein kleiner Legostein auf den nächsten.

Du willst beispielsweise deine Ernährung von Fast Food auf Vegetarisch umstellen? Der Schritt von Burger, Pizza und Döner auf Salat, Currys und Smoothies ist so groß wie Donald Trumps Ego. Die Gefahr, dass du zwischendrin aufhörst und resignierst ist extrem hoch.

Was könntest du zum Beispiel machen? Du könntest anfangen, zu jedem Gericht einen Salat zu essen. Hast du diese Gewohnheit etabliert, kannst du Stück für Stück weitermachen. Vielleicht Fertiggerichte aus dem Einkaufswagen verbannen. Oder Cola durch Wasser ersetzen. Und so wirst du Step by Step immer bessere Essgewohnheiten an den Tag legen. Dein Wohlbefinden wird steigen, du wirst mehr Energie haben und bist stolz, dass du diese Disziplin an den Tag legst. Ohne dich scheuchen zu lassen.

 

#2 Baue dir Fail Proof Systems

Diese Idee stammt von Bestsellerautor Ramit Sethi. Der Gedanke ist, dass wir alles, was mit Widerstand behaftet ist, nicht lange durchhalten. Also müssen wir uns Systeme bauen, die so bombensicher sind, dass wir uns nicht austricksen können.

Ein gutes Beispiel ist für mich hier das EMS Training. Mithilfe elektrischer Stimulation trainierst du mit einem Trainer deine Muskeln. Das ist so effektiv, dass du nur einmal in der Woche für 20 min trainieren musst. Da ich ein hohes Maß an Verbindlichkeit an den Tag lege, werde ich quasi wie von Zauberhand gezwungen, die Termine mit dem Trainer wahrzunehmen. Und 20 min kann man in jeder Woche unterbringen. Also überlege dir, was deine Widerstände sind und wie du sie umgehen kannst.

 

#3 Lieber 80 % statt 100 % durchziehen

Sind wir doch mal ehrlich. Wir können und wollen keine Routine zu 100 % durchziehen. Die ganze Woche nur gesund essen. Woche für Woche, Monat für Monat. Das Leben ist viel zu kurz, um es nicht auch zu genießen. Der Burger oder das Eis zwischendurch machen dich nicht fett oder ungesund. Wenn du in 80 % der anderen Male gesund isst. Die Gefahr ist nämlich sehr hoch, dass aus den 100 % wieder 0 % werden, weil die Disziplin dich verlässt. Also warum wieder künstlich selbst kasteien, wenn es auch deutlich entspannter geht?

 

#4 Gedanken sind Routine

Wir unterscheiden meistens zwischen positiven und negativen Gedanken. Die negativen Gedanken schieben wir beiseite und verdrängen sie. Wir sind ja schließlich immer gut gelaunt, wie uns die Motivationstrainer eintrichtern.

Doch was sagen die guten alten Stoiker zu der Sache? Sie unterscheiden nicht zwischen positiven und negativen Gedanken, sondern zwischen konstruktiven und destruktiven Gedanken. Ein negativer Gedanke kann durchaus konstruktiv sein, weil er dir weiterhilft.

Beispiel: Wenn du Liebeskummer hast und dich fragst, was du falsch gemacht hast. Das ist ein zutiefst negativer Gedanke, der dich traurig macht. Aber er liefert dir Antworten, was du das nächste Mal besser machen könntest. Hättest du diesen negativen Gedanken beiseite gewischt, hättest du dich vielleicht kurzfristig gut gefühlt. Aber du hättest dieselben Fehler immer wieder gemacht und nichts hätte sich geändert. Schreibe dir am besten jeden Abend deine Gedanken auf und kategorisiere sie in „konstruktiv“ und „destruktiv“. Die destruktiven darfst du dann getrost verdrängen und wegschieben. Die konstruktiven nutzt du, um zum wachsen.

 

#5 Selbstverantwortung

Die Qualität deiner Fragen bestimmt die Qualität deines Lebens. Nehmen wir nochmal das Beispiel Liebeskummer. Ich habe explizit geschrieben, dass du dich fragen sollst, was DU falsch gemacht hast. Würdest du fragen, was deine Freundin / Freund falsch gemacht hat, wirst du nicht schlauer. Denn das Verhalten von anderen können wir nicht beeinflussen. Nur wie wir auf etwas reagieren. Du kannst dich schon fragen, was die andere Person falsch gemacht hat. Doch im gleichen Zuge solltest du dich fragen, wie du darauf reagiert hast und wie du es vielleicht besser machen kannst. Und ganz wichtig: Sei nicht so hart zu dir selbst. Nehme deine Fehler emotionslos zur Kenntnis und fertig.

 

#6 Stelle dein Ego zurück

Hast du schon mal darüber nachgedacht, dass du manche Dinge gar nicht erreichst, weil du sie in Wahrheit gar nicht willst? Machst du sie vielleicht nur aus Prestigegründen? Weil du die Anerkennung willst? Ich frage mich immer wieder, wie viele Menschen Jura oder Medizin studieren, weil es ihre Passion ist. Wahrscheinlich weniger als die, die es wegen des Prestiges machen. Prestige ist Schall und Rauch und kann morgen wieder vorbei sein. Überlege dir lieber, was du machen würdest, wenn dir niemand dafür Anerkennung zollen würde. Das wird dir eine ganz andere Art von Energie geben!

Dieses Buch bringt dich weiter:

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#7 Höre nicht auf dein Schattenkind

Wir alle haben in uns ein Schatten- und ein Sonnenkind. Das Schattenkind steht für unsere tiefsten Glaubenssätze, die uns ständig von etwas abhalten. Das Sonnenkind ist für das selbstbewusste Ausleben unserer Stärken zuständig.

Wenn du also eine Person bist, die ständig davon getrieben ist, irgendwelchen Zielen hinterher zu hecheln, dann wirst du tief in dir drin den Glaubenssatz „Ich bin nicht genug“ haben. Du rennst ständig dem Glück im Außen hinterher. Willst der Beste, Reichste und Schönste sein. Doch das Schattenkind interessiert sich einen Scheißdreck dafür, was du im Außen erreichst. Es wird weiter erbarmungslos auf dich einprügeln. Um wirklich an deine tiefliegenden negativen Glaubenssätze zu kommen, empfehle ich dir das grandiose Buch „Das Kind in dir muss Heimat finden“ von Stefanie Stahl:

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Fazit: Sei nicht zu hart zu dir selbst

Nun bist du gerüstet, deinem Leben eine neue Richtung zu geben. Konzentriere dich nicht auf das Ergebnis, sondern nur auf die Routine. Mach es dir immer wieder bewusst. Halte inne. Sei nicht zu hart mit dir selbst, wenn etwas nicht so funktioniert, wie du es dir vorstellst. Sei beständig in deinen Routinen und deinem Tun und dein Leben wird sich in die Richtung entwickeln, die du dir wünscht.

Was denkst du über das Thema Ziele? Lass uns gerne daran teilhaben in den Kommentaren!

Viel Erfolg!

Dein Constantin

 

P.S. Während ich diese Zeilen schreibe, hat sich der innere Sklaventreiber wieder in Richtung Version 1 verwandelt. Warum? Die Routinen haben zu gut gegriffen und ich wurde vom Flow zum Übermut angestachelt. Und habe die Routinen vernachlässigt. Zack, bricht alles wie ein Kartenhaus zusammen. Also immer schön demütig bleiben!

 

Was du aus dem Artikel mitnehmen kannst

  • Routinen sind wichtiger als Ziele
  • Routinen lassen sich immer nur in kleinen Schritten etablieren
  • Unkaputtbare Systeme helfen dir durchzuhalten
  • Du darfst auch ab und zu sündigen
  • Nur mit den richtigen Fragen übernimmst du Verantwortung für dein Leben
  • Mache etwas, was dich wirklich antreibt und nicht das, was dein Ego dir sagt
  • Finde deine innersten Glaubenssätze heraus und mache sie dir bewusst
  • Werde nicht übermütig, wenn etwas zu gut funktioniert

Dieser Artikel bringt dich weiter:

Machst du noch Persönlichkeitsentwicklung oder packst du deine Probleme bei der Wurzel?

 

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