Auf Reisen direkt tiefe Beziehungen zu anderen Menschen aufbauen – 9 Tipps

Where are you from? Where have you been? How long are you traveling? What are you doing? Kennst du es auch, wenn du irgendwann immer wieder diesselben Gespräche führst, wenn du unterwegs auf Reisen bist? Mich persönlich ermüdet das irgendwann. Deswegen habe ich mich auf die Suche nach Möglichkeiten gemacht, die Gespräche interessanter zu gestalten. Tiefer. Emotionaler.

Vielleicht erinnerst du dich nach Jahren noch an Gespräche, die du mal mit Freunden aber auch Fremden geführt hast. Wo du eine tiefe Verbundenheit gespürt hast. Etwas, was fernab des üblichen Smalltalks war.

Deswegen möchte ich dir im heutigen Artikel zeigen, wie du regelmäßig deine Gespräche zu einem wahren Feuerwerk an Emotionen machst. Ich zeige dir 9 effektive Tipps, wie du kinderleicht bessere Gespräche führst, an die du und dein Gesprächspartner euch Jahre später noch erinnern werdet. Und als Bonus wirst du merken, wie du einiges über dich selbst erfahren kannst.

Um erstmal fremde Leute kennenzulernen hilft dir garantiert folgender Gedanke: Dein Gesprächspartner hat meist genauso Angst auf Menschen zuzugehen, wie du auch! Wenn du mehr darüber erfahren willst, wie du schnell in Kontakt mit anderen Menschen kommst, habe ich diesen Blogartikel für dich geschrieben:

Welches Setting sollte gegeben sein für ein intensives Gespräch?

Suche das Einzelgespräch

Wie du wahrscheinlich selbst die Erfahrung gemacht hast, lässt es sich unter mehreren Leuten oft schwer vertraulich reden. Deswegen ist es vor allem am Anfang ratsam, unter vier Augen zu sprechen. Wenn du also in einer größeren Gruppe bist und mit jemandem näher Kontakt aufnehmen möchtest, ist es besser, wenn ihr alleine seid. 

Dabei kannst du ruhig die Führung übernehmen. Das geht ganz einfach, indem du z.B. sagst: „Hier ist es ziemlich unruhig, lass uns doch einfach kurz da rüber gehen!“ Oder du mischt es mit etwas Anerkennung: „Ich wollte sowieso gerade DICH mal sprechen/kennenlernen, lass uns doch da rüber gehen!“

Ergreife die Initiative

Dein Gegenüber wird wahrscheinlich meistens auch eher den üblichen Smalltalk führen. Deshalb wird er höchstwahrscheinlich keine Initiative ergreifen, um mit dir über Ängste, Träume oder Wünsche zu sprechen. Wenn doch, dann Jackpot. Wenn nicht, scheue dich nicht, den ersten Schritt zu machen. Denn, wenn du nicht du anfängst, die Themen anzusprechen, wer soll es dann tun?

Nimm dir Zeit

Ein Gespräch zwischen Tür und Angel wird nicht funktionieren. Deswegen nimm dir ruhig ausgiebig Zeit für das Gespräch. Und nimm sie dir gerne, sonst macht es keinen Sinn. Falls dich jemand kennenlernen möchte und du unter Zeitdruck stehst, biete ihm einen Alternativtermin an. Die Mittagspause, das Feierabendbierchen oder Abendessen sind hervorragende Gelegenheiten, um intensive Gespräche zu führen.

Lerne dich selbst kennen

Was nützt es dir, jemand anderen kennenzulernen, wenn du ihm nichts von deiner Persönlichkeit zu bieten hast. Und damit meine ich nicht, dich über dein Business oder deine Reisen zu definieren. Wer bist du im inneren Kern? Was sind deine Stärken? Was sind deine Ziele? Deine Träume? Deine Weltsicht? Deine Herausforderungen?

Wenn du richtig tief in die Materie gehen und wirklich wissen willst, was dich in deinem innersten Bewusstsein antreibt, empfehle ich dir Das Kind in dir muss Heimat finden* von Stefanie Stahl. Ich habe noch nie so viel über mich selbst herausgefunden, wie mit diesem Buch!

Wähle einen ruhigen Ort

In der Stranddisco oder in der U-Bahn wird es schwierig, sich auf den Anderen zu konzentrieren. Also suche dir etwas entspannteres aus und das Gespräch wird laufen wie geschmiert.

Beachte die Basics eines jeden Gespräches

Sei im Moment. Sage dir, dass die Person mit der du sprichst, aktuell die wichtigste in deinem Leben ist. Lächle, um deine Offenheit zu zeigen. Nichts ist schlimmer, als jemand, der stoisch seine Miene beibehält. Zudem spreche laut genug, deutlich und verständlich.

Diese 9 Tipps machen dein Gespräch unvergesslich

#1 Öffne dich zuerst

Wenn du dich zuerst öffnest, machst du es dem anderen einfacher, es dir gleich zu tun. Er wird merken, dass du keine Maskerade an den Tag legst. Menschen haben ein Gefühl für Maskeraden. Sie tun sich schwer, dir zu vertrauen, wenn du dich verstellst. Du wirkst dann inkongruent, also das Gesagte passt nicht zu deiner Körpersprache bzw. Verhalten.

Wenn dein Gegenüber also merkt, dass du ähnliche Gefühle und Herausforderungen durchlebt hast, entsteht eine magische Verbindung zwischen euch. Also lass ihn spüren, dass du ihm nicht schadest, indem du mit dem Öffnen zuerst anfängst. 

Jetzt denkst du dir vielleicht, dann muss ich ihm ja etwas vorjammern. Doch ich kann dich beruhigen. Offen reden bedeutet nicht Jammern. Jammerlappen will niemand zuhören. Vielmehr berichtest du aus einer Art Erfahrungsperspektive von deinen Wünschen, Träumen, Gefühlen und Peinlichkeiten.

Was meine ich damit? Beim Jammern verwendest du rhetorische Fragen wie “Warum ist mir das passiert/ Warum ist das alles so schlimm”. Wenn du allerdings die Dinge reflektiert gepaart mit Selbstverantwortung erzählst, ist es kein Jammern. Im Gegenteil, es lässt dich menschlich wirken. 

Doch sei nicht verzagt, wenn der andere sich nicht öffnen kann oder will. Nicht jeder Mensch ist dazu bereit. Widme deine Zeit lieber anderen Menschen.

#2 Ehrlichkeit ist die Grundlage 

Wie oft hast du dich schon dabei ertappt: Du lässt eine entscheidende Information weg, bauscht etwas künstlich auf oder erzählst die Story komplett anders. Wir machen das, um unsere Maske zu wahren. Doch, wenn du versuchst die Maske zu wahren, wird es der Andere auch tun. Vielleicht erinnerst du dich an eine solche Situation: Wenn jemand in einem intensiven Gespräch, sobald er dir vertraut, plötzlich sagt: „Jetzt erzähle ich dir die ganze Wahrheit” Und diese Geschichte ist völlig konträr zu dem Zeug, was er dir davor auf die Nase gebunden hat. Also mache keinen Hehl aus Fehlschlägen. Denn, wenn du daraus gelernt hast, sind das super inspirierende Geschichten für den anderen. Und die Chancen steigen, dass du dann auch von ihm inspiriert wirst.

#3 Deine Meinung äußern ohne zu beleidigen

Hier gilt: Die Meinung des anderen urteilsfrei zu akzeptieren. Menschen, die ständig versuchen, anderen zwanghaft ihre Meinung aufzudrücken, sind unsympathisch.

Wenn du deine Meinung sagen willst, solltest du dir zuerst im Klaren sein, was deine Meinung überhaupt ist. Viele Menschen verhalten sich wie ein Fähnchen im Wind. Sie reden dem Gesprächspartner nach dem Mund aus Angst vor Ablehnung. Sie denken, sie würden damit dem Gegenüber gefallen. Doch durch die Inkongruenz rufen sie bei diesem eher das Gegenteil hervor. Sei also die echte Version von dir selbst, denn zu Ja-Sagern schaut niemand auf. 

Doch wie findest du heraus, was deine Meinungen und Überzeugungen sind? Stelle dir Fragen wie:

  • Womit verbringe ich meine Freizeit?
  • Was würde ich machen, wenn ich der letzte Mensch auf der Welt wäre?
  • Was würde ich mit einem Lottogewinn anstellen?
  • Was würde ich machen, wenn ich keine Ängste kennen würde?

Diese und andere Fragen helfen dir dabei, zu erfahren, was du vom Leben denkst.

#4 Wie du Zugang zu deinen Gefühlen bekommst und diese selbstbewusst äußerst

Der Unterschied zwischen Smalltalk und intensiven Gesprächen ist folgender: Bei Smalltalk sind keine Emotionen und Gefühle im Spiel. Bei intensiven Gesprächen sind sie in Hülle und Fülle vorhanden. So kannst du direkt ins Gespräch starten mit einer Aussage wie: „Es freut mich echt, dass ich mit dir Zeit verbringen kann”. Aber nur, wenn du dich auch wirklich freust. 

Wenn es dir schwerfällt, Zugang zu deinen Gefühlen zu finden, probiere es mal mit Meditation. Meditation ist der Gamechanger für so einiges bei mir gewesen. Mehr Aufgeräumtheit in meinem Kopf, mehr Fokus, mehr Klarheit über mein Innenleben. Am besten probierst du Apps wie Headspace oder 7Mind aus. Wenn du noch tiefer in die Materie gehen willst, empfehle ich dir nochmals Das Kind in dir muss Heimat finden* von Stefanie Stahl.

Sobald du dir im Klaren über deine Gefühle bist, fällt die Äußerung auch nicht mehr schwer. Das kann allerdings dauern, also lass dir Zeit und setze dich nicht unter Druck!

#5 So funktioniert ehrliches Zuhören

Kennst du die Gesprächspartner, deren Antwort wie aus der Pistole geschossen kommt? Die dir über den Mund fahren? So funktioniert Zuhören auf jeden Fall nicht. Weil derjenige nur damit beschäftigt ist, seinen Senf dazuzugeben. Wenn du hingegen den anderen ausreden lässt, kannst du dir die Zeit nehmen, Hinweise auf neue interessante Gesprächsthemen zu finden.

Um tiefer reinzugehen, kannst du nachfragen, wie derjenige sich in einer Situation gefühlt hat. Beispielsweise, wenn dein Gesprächpartner erzählt, dass er neulich einem alten Bekannten über den Weg gelaufen ist. Dann kannst du antworten: „Was war das für ein Gefühl für dich?” oder „War bestimmt eine Freude, oder?

Wenn du mit deiner Annahme falsch liegst, kannst du trotzdem wieder so einiges aus der Aussage des anderen erfahren.

#6 Spannende Gesprächsthemen finden

Auch hier gilt: Zuhören, zuhören, zuhören. Denn auch im Smalltalk verstecken sich Hinweise darauf, was deinen Gesprächspartner bewegt. Wenn er von seinen Hobbies redet, kannst du die Motivation dahinter erfragen. Wenn die Person erzählt, dass sie sich mit Politik beschäftigt, kannst du nachfragen, was sie dazu bewogen hat, in die Politik zu gehen. Dann erzählt sie vielleicht, dass sie gerne etwas bewegen möchte. Und so kannst du immer tiefer forschen, was sie antreibt, die Welt zu bewegen.

#7 Aufrichtiges Interesse zeigen ohne schmierig zu wirken

Kennst du diese schmierigen Menschen, die dich ansprechen und so tun, als würden sie sich für dich interessieren. In Wahrheit nutzen sie das nur als Opener, um dir ihr Produkt oder ihre Dienstleistung vorzustellen. Wie kannst du also vermeiden, als schmieriger Heuchler wahrgenommen zu werden? 

Du wirst auf Menschen treffen, die dir langweiliges Zeug erzählen. Wenn du jetzt aber mit dem Mindset rangehst, dass jeder Mensch eine interessante Geschichte zu erzählen hat, ändert sich einiges. Denn du kannst es als Herausforderung sehen, die Geschichte zu erfahren. Denn jede Person die länger als 20 Jahre auf dem Planeten weilt, hat irgendetwas Witziges und Interessantes erlebt. Und wenn es nur eine Anekdote im Fernsehen war.

Wenn das immer noch nicht hilft, versuche wie ein neugieriges Kind zu lernen. Ein Kind ist von allem fasziniert und will alles wissen. Gerade, wenn es ungewohnte Gesprächsthemen sind, eröffnen sich für dich ganz andere Perspektiven.

#8 Aufrichtige Anerkennung zeigen

Oft wirkt ein Lob deplatziert und auswendig gelernt. Doch mit aufrichtiger Anerkennung gewinnst du eine Person sehr schnell für dich. Jeder Mensch giert regelrecht nach Anerkennung. Jeder will beachtet und geliebt werden. Napoleon sagte zum Thema Anerkennung:

Ich habe etwas Lächerliches über die Menschen herausgefunden. Sie sind bereit, für Orden und bunte Bänder zu sterben.

Anerkennung fängt schon damit an, den Namen der Person zu sagen. Streue ihn immer wieder mit ein. Und vor allem merke ihn dir! Wenn du ihn nicht verstanden hast, frage nach.

Mache dich aktiv auf die Suche, was dir bei deinem Gegenüber gefällt. Wenn er z.B. erzählt, dass er letztes Jahr eine Raftingtour gemacht hat, kannst du deine Bewunderung für den Mut ausdrücken. 

Und vermeide den Fehler, der dich bedürftig und schmierig wirken lässt: Sei nicht im Gegenzug darauf aus, Anerkennung zurückzubekommen. Gib ehrlich Anerkennung und lass das Gespräch geschehen. Der andere wird sich irgendwann revanchieren. Wenn nicht, ist das auch kein Beinbruch.

#9 Empathisch sein

Wie immer gilt auch wieder hier: Zuhören. Wir haben zwei Ohren und einen Mund. Dementsprechend sollten wir die Ohren mehr benutzen als den Mund. 

Nun versuche dich in denjenigen hineinzuversetzen. Frage dich, wie du dich in seiner Situation fühlen würdest. Wie würdest du reagieren, denken, handeln?

Auch die bereits besprochenen Annahmen aus Punkt 5, kannst du nutzen.

Damit du signalisierst, dass du dich wirklich in den anderen hineinversetzt, solltest du nicken, oder ab und zu ein „Aha”, „OK“ oder „Ich verstehe” von dir geben. Dein Gegenüber wird sich dadurch richtig verstanden fühlen.

7 Fragen, die dein Gegenüber bewegen werden

  • Was macht dich glücklich?/ Bist du heute glücklich?
  • Was macht dir im Leben am meisten Spaß?
  • Welches Youtube-Video hat dich zuletzt begeistert und wieso?
  • Was bedeutet Zuhause für dich?
  • Was ist das schönste, was dir in letzter Zeit passiert ist?
  • Was wolltest du schon immer mal machen?
  • Welches Vorbild inspiriert dich besonders?

Mit diesen Tipps sollte es dir ein Leichtes sein, auf Reisen oder im Business intensive Gespräche zu führen. Ich bin sicher, dass du dich noch Jahre später daran erinnern kannst, wie du mit der Person am Strand oder in den Bergen saßt und endlos geredet hast. Wenn du dich mehr mit diesem Thema beschäftigen möchtest, empfehle ich dir Wie man Freunde gewinnt* von Dale Carnegie und Fuck Smalltalk* von Deniz Deke. 

Zu guter Letzt würde mich interessieren, welche Tipps für intensive und spannende Gespräche du in petto hast. Schreib mir diese gerne in die Kommentare!

Viele Grüße

Dein Constantin

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