Machst du noch Persönlichkeitsentwicklung oder packst du deine Probleme bei der Wurzel?

“Du kannst alles schaffen!”

“Du musst nur lange genug üben, bis du es kannst!”

“Mit diesen Tricks erreichst du die Million!” 

Ständig hören wir die immergleichen Sprüche der Motivationstrainer. Oft ist es einfach nur alter Wein in neuen Schläuchen. Kopiert von Tony Robbins. Ich will diese Tipps gar nicht verteufeln, denn sie helfen und sind nützlich. Doch sie sind auf alles Äußere ausgelegt, nicht auf unser Inneres.

Was meine ich damit? Sie sind an unser Ego adressiert. Das Ego kann unsere stärkste Triebkraft, aber auch unser ärgster Feind sein. Unser Ego glaubt, mit Ruhm, (monetärem) Erfolg und Lifestyle glücklich zu werden. Doch haben wir all diese Dinge erreicht, merken wir, dass wir immer noch genauso unzufrieden und getrieben sind wie vorher. Wir haben es getan, um Anerkennung im Außen zu bekommen.

Wusstest du z.B. dass wenn ein Mann sehr umtriebig mit Frauen ist, er das tut, um Anerkennung von anderen Männern zu bekommen? Er versucht seine innere Leere mit erfolgreichen Aufrissen zu füllen, um dann von anderen Männern gefeiert zu werden. Ein Teufelskreis, denn unseren inneren Kritiker interessieren diese “Erfolge” einen feuchten Kehricht.

Also müssen wir unter der Haube nachschauen. Wir müssen uns überlegen, wie wir von innen heraus das Leben führen können, was wir uns immer gewünscht haben.

Ich habe eine gute Nachricht für dich: Bereits die alten Griechen und Buddhisten haben schon erstaunliche Techniken entwickelt, um unser Innenleben zu steuern. Die schlechte Nachricht ist: Es erfordert Arbeit.#1

Sei es dir selbst wert

Lange habe ich gearbeitet wie ein Geisteskranker und habe mich gefragt, warum ich mich nicht konzentrieren kann. Immer am Anschlag, wie ein Getriebener. Ich hatte eines vergessen bei meinem Streben nach Höherem: Mich.

Wie habe ich es gelöst? 

Mit der Pomodoro-Technik. Jetzt denkst du dir vielleicht, das ist doch eine Zeitmanagement-Technik. Ja da gebe ich dir recht. Doch früher habe ich 4 Stunden am Stück durchgearbeitet, etwas zu Essen runtergeschlungen und weitergemacht. Doch bei der Pomodoro-Technik geht es darum, jeweils 25min produktiv zu sein und 5min Pause zu machen.

Diese 5 Minuten kannst du sehr wertvoll nutzen. Beispielsweise kannst du eine kleine Meditation machen, dir einen Smoothie zubereiten oder einen kleinen Spaziergang machen. Und wenn dir dein innerer Kritiker einredet, dass du dir das nicht gönnen sollst, dann mach es trotzdem. Stück für Stück kannst du es immer weiter ausweiten. Lege jeden Tag, jede Woche und jeden Monat längere Pausen ein, die nur dir gehören. Das Zeitargument zählt nicht, denn ab sofort gibt es nur einen Fokus: Dich! Der Rest ist niemals so wichtig, wie du selbst.

Mit den Stoikern zu permanenter Ausgeglichenheit

Wenn du Latein oder Altgriechisch in der Schule hattest, ist dir vielleicht die Stoa noch ein Begriff. Geprägt wurde die vielleicht berühmteste philosophische Schule der Antike von Zenon von Kition ca. 300 v. Chr. Weitere berühmte Vertreter waren Seneca und Marc Aurel. Der Begriff Stoa bedeutet eigentlich Säulenhalle, in welcher Zenon seine Philosophenschule etabliert hat.

Doch was können wir von den alten Meistern lernen? 

Ziemlich viel in der heutigen Zeit, die von ständigen Ablenkungen geprägt ist. Denn die Stoiker haben sich mit der Frage beschäftigt, wie man dauerhaftes Glück erreichen kann.

Sie haben ihr Leben in zwei Bereiche eingeteilt.

  • Den Bereich, den sie kontrollieren konnten
  • Den Bereich, den sie nicht kontrollieren konnten

Wenn du das auf dein Leben überträgst, wirst du merken, dass das meiste nicht kontrollierbar ist. Du kannst nicht kontrollieren, wie sich andere Menschen verhalten, das Wetter wird, oder wie sich die Wirtschaft verändert. 

Es gibt aber einen Bereich über den du sehr wohl Kontrolle hast: Dein Inneres.

Die meisten Menschen lassen sich komplett von ihren Gefühlen und Gedanken leiten. Dann wundern sie sich, warum ihnen immer alles Schlechte widerfährt.

Es ist also in deiner Hand, wie du auf die äußeren Umstände reagierst. Jetzt verstehst du vielleicht auch, warum die Jagd nach dem Glück im Außen völliger Schwachsinn ist.

Wenn du dich davon abhängig machst, dass du die Anerkennung für deine Leistungen bekommst. Wenn du dich davon abhängig machst, wie viel Geld du besitzt. Wenn du dich davon abhängig machst, wie viele Follower du auf Instagram oder Snapchat hast.

Es wird nie genug sein, du wirst immer wieder den Kick vermissen und ihm wie ein getriebener Wahnsinniger hinterherhecheln. Was glaubst du, warum so viele Stars nachdem sie ihren Zenit überschritten haben, nur noch Drogenwracks sind? Sie kriegen die Kicks der Anerkennung nicht mehr und suchen sie sich auf andere Weise.

Damit du weißt, wie du auf die äußeren Umstände reagierst, musst du dich tief im Inneren kennenlernen, was ich dir in den nächsten Punkten zeigen werde.

Das Ego ist dein Feind

Was ist damit gemeint? Dein Ego steht zwischen dir und dem erfüllten Leben. Denn das Ego ist äußerst mächtig. Nimm dir kurz Zeit und stelle dir einmal folgende Fragen:

  • Warum machst du Karriere?
  • Warum willst du Dinge besitzen, die du eigentlich nicht brauchst?
  • Warum suchst du die Nähe zu Menschen, die du eigentlich gar nicht magst?

Kann es sein, dass folgende Antworten dabei waren?

  • Weil mich dann andere Menschen bewundern.
  • Weil ich glaube dadurch glücklicher zu sein.
  • Weil ich Angst habe, was andere darüber denken.

Das Ego ist permanent versucht, dich Dinge tun zu lassen, welche überhaupt nicht dem entsprechen, was du dir eigentlich wünscht. In der Hektik und Lautstärke des Alltages geht das komplett unter. 

Wir vergleichen uns auf Social Media, werden neidisch und unglücklich. Das Ego schlägt permanent auf uns ein und fragt, warum wir das noch nicht erreicht haben, was der andere hat.

Wir bauen uns eine Fassade auf, um uns vor anderen Menschen besser darzustellen, als wir sind. 

Wir wählen Partner nach Status und Aussehen und sind enttäuscht, wenn der Charakter nicht passt.

Das alles macht dein Ego mit dir. 

Frage dich in Zukunft also ganz genau: Mache ich das gerade für mein Ego oder für mich selbst?

So findest du heraus, wer du wirklich bist

Welchen Weg sollst du gehen, wenn du nicht weißt, wer du wirklich bist?

Dazu musst du deinen inneren Kritiker kennenlernen. Denn dieser ist sozusagen der Verbündete des Egos. 

Hast du manchmal folgende Gedanken:

  • Ich muss das perfekt machen / Ich habe das Gefühl, dass es nicht reicht.
  • Ich kann nicht Nein sagen, weil ich den anderen nicht enttäuschen will,
  • Ich muss etwas leisten, sonst werde ich unruhig.

Dann ist es gut möglich, dass dir dein innerer Kritiker wieder Dinge einredet, die rational von außen betrachtet, überhaupt nicht stimmen.

Denn wer sagt denn,

  • dass du alles zu 100% perfekt machen musst?
  • dass es nicht ok ist, Nein zu sagen?
  • dass du etwas leisten musst, um etwas zu gelten?

Das sind alles Glaubenssätze, die seit unserer frühesten Kindheit in uns verankert sind und permanent auf uns einpeitschen. Denn, wenn du z.B. das Gefühl hast, alles perfekt machen zu müssen, hast du als Kind folgendes interpretiert: Wenn ich nicht mache, was meine Eltern sagen, lieben sie mich nicht. Und so peitscht du dich dein Leben lang zu Höchstleistungen in der Hoffnung, Liebe und Anerkennung zu bekommen. 

Jetzt wird dir wahrscheinlich klar, dass du mit oberflächlicher Persönlichkeitsentwicklung a la “Ich schaffe das” nicht weiterkommst, wenn du nicht weißt, was dich in deinem Innersten zurückhält. 

Dein innerer Kritiker und dein Ego sind ja sozusagen Verbündete. Dein innerer Kritiker sagt, dass du nicht genügst, so wie du bist. Also sagt das Ego, dass du jetzt mal schön schnell erfolgreich werden sollst. Du versuchst, erfolgreich zu werden. Dem inneren Kritiker gefällt das nicht. Und er peitscht wieder und wieder auf dich ein. Und irgendwann wunderst du dich, warum du Burnout hast. 

Um das zu verhindern habe ich 4 Tipps für dich, die du in Zukunft schnell umsetzen kannst:

  • Etabliere die Pomodorotechnik in deinen Alltag mit wertschätzenden Pausen.
  • Mache dir eine Liste mit Dingen, die beeinflussbar / nicht beinflussbar sind und überlege dir die passende Reaktion darauf
  • Meditiere mit der Frage: Was mache ich aus Egogründen und was aus meiner inneren Leidenschaft?
  • Nähere dich deinem inneren Kritiker mit dem grandiosen Arbeitsbuch Das Kind in dir muss Heimat finden* von Stefanie Stahl

Jetzt bleibt mir nur zu sagen: Amor fati – liebe dein Schicksal. Nach diesem Grundsatz haben die Stoiker gelebt und gehandelt. Mache das Beste aus dem Schicksal, indem du immer nach dem positiven in der Situation suchst. Überlege zweimal, wenn du etwas machst, ob dein Ego dich pusht oder ob du es wirklich willst. Und sei nicht zu hart zu dir selbst, denn du bist vollkommen, so wie du bist!

Ich wünsche dir stoische Ruhe,

Dein Constantin

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