Die Stoiker- Programmiere dich sofort auf mehr Glück und Resilienz

Gerade komme ich aus einem Park in Budapest. Ich habe dort an einem interessanten Personal Development Meetup teilgenommen. Dort haben wir über die positive und negative Macht von Gedanken gesprochen. Ich gab eine besondere Erkenntnis aus der Stoa weiter, die mir selbst sehr viel hilft. Bei einer Teilnehmerin hat es daraufhin richtig Klick gemacht. Damit es auch bei dir Klick macht, möchte ich dir die Geheimnisse der Stoa nicht vorenthalten. 

 

Wer waren die Stoiker und warum basiert vieles aus der Persönlichkeitsentwicklung auf ihren Ideen?

Vielleicht kannst du dich noch daran erinnern, wie das Thema in der Schule besprochen wurde. Unser Lateinlehrer erklärte uns die Stoa so, dass die Stoiker Verzicht üben, während die Hedonisten das Leben in vollen Zügen genossen. Als pubertierender Lebemann war natürlich klar, wem ich den Vorzug geben. Mit dieser Erklärung wurde der Lateinlehrer leider der unglaublichen Macht, die in der Lehre der Stoa steckt, nicht gerecht. Spoiler: Seneca war einer der bekanntesten Stoiker und er lebte wahrlich ein Leben in Hülle und Fülle.

 

Was steckt wirklich hinter der Stoa?

Wikipedia nennt die Stoa „eine der wirkungsmächtigsten philosophischen Lehrgebäude in der abendländischen Geschichte“. 

Gegründet von Zenon von Kition um 300 v.Chr. basiert der Name auf einer Säulenhalle, in der die Diskussionen stattfanden. Die Stoiker gingen der Frage nach, wie man langfristiges Glück und Zufriedenheit im Leben erreichen kann. Erreicht haben sie das durch die Einübung emotionaler Selbstbeherrschung. So lernten sie ihr Los zu akzeptieren und mithilfe von Gelassenheit und Seelenruhe nach Weisheit zu streben. Daher kommt auch die Phrase „mit stoischer Gelassenheit“. Berühmte Stoiker waren z.B. Seneca und Kaiser Marc Aurel. Viele ihrer Schriften sind die Grundlage der heutigen Persönlichkeitsentwicklung

 

#1 Das Prinzip von Ursache und Wirkung

Vielen Menschen ist nicht bewusst, dass sie mit ihrer Handlung immer eine Ursache für eine Wirkung sind. Doch selbst kleinste Handlungen haben eine Wirkung in der Zukunft. Nehmen wir mal das Beispiel Ernährung: Stell dir vor, du ernährst dich von Burger, Pizza und Cola. Das ist die Ursache, warum du fett und antriebslos bist.

Du änderst deine Ernährung und setzt auf viel Gemüse, Obst und wenig verarbeitete Lebensmittel. Das ist die Ursache, warum du schlank und voll Energie bist. Sei dir also immer bewusst, was deine Handlungen für eine Wirkung in der Zukunft haben. Und sei die Handlung noch so klein.

 

#2 Memento Mori

Sei dir deiner Sterblichkeit bewusst. Stell dir vor, du müsstest deine eigene Grabrede halten. Welche Worte würdest du da über dich verlieren? Gehe hier ehrlich mit dir ins Gericht. Warst du bisher ein lethargischer, Junkfood essender Zocker mit Hang zum Selbstmitleid? Egal, du hast jetzt die Möglichkeit, die Geschichte umzuschreiben, damit irgendwann jemand Worte sagt, die so ähnlich klingen könnten: „Du hast ein abenteuerliches Leben als digitaler Nomade gelebt, warst zu jedem freundlich und gut gelaunt“. Der beste Tag damit anzufangen war gestern, der zweitbeste ist heute! 

 

#3 Unterteile deine Gedanken in hilfreich und nicht hilfreich

Das war übrigens der Tipp, den ich im Personal Development Meetup gegeben habe. Wir neigen stets dazu, Gedanken in „positiv“ und „negativ“ einzuteilen. Doch damit verschwenden wir komplett die Macht unserer Gedanken. Was meine ich damit? Stell dir vor, dein Freund/ deine Freundin hat sich gerade von dir getrennt. Jetzt gehen dir viele negative Gedanken durch den Kopf. Würdest du jetzt sagen, dass die negativen Gedanken verschwinden sollen, dann hättest du nichts davon und würdest nur alles verdrängen. Würdest du die jetzt aufkommenden Gedanken aber in hilfreich und nicht hilfreich einteilen, könntest du deutlich mehr persönliches Wachstum generieren. Beispielsweise:

  • „ich bin nichts wert“ – nicht hilfreich – das ist nur Bullshit, den du dir selbst einredest
  • „Warum wurde ich verlassen?“ – hilfreich – was könnten die Gründe gewesen sein, an denen du in Zukunft arbeiten kannst
  • „Warum ist die Welt so schlecht?“ – nicht hilfreich – die Welt ist, wie sie ist und daran kannst du nichts ändern

Übe dich also darin, bei deinen Gedanken, die dir im Kopf herumschwirren, zu überprüfen, ob sie dir weiterhelfen oder nicht. Wenn ja, gehe den Fragen weiter nach. Wenn nicht, schieb sie weg.

 

#4 Was kannst du kontrollieren, was nicht?

Kontrolliere und verändere das, was du kontrollieren kannst. Akzeptiere das, was du nicht verändern kannst. Kürzlich bin ich von der Türkei nach Ungarn geflogen. In der Ukraine hatte ich einen Zwischenstopp. Als ich dort schließlich in den Flieger steigen wollte, wurde mir das Boarding verweigert. Denn zwei Tage vor dem Flug wurde die Ukraine geblacklistet von Ungarn wegen Corona. Jetzt hätte ich mich aufregen und rumschreien können, dass die Fluggesellschaft mir doch hätte Bescheid geben können.

Doch daran ließ sich nichts ändern. Was habe ich stattdessen gemacht? Mir vorgenommen, beim nächsten Mal noch genauer nachzurecherchieren, wie die Einreisebestimmungen sind. Anschließend habe ich mir einen Bus nach Kroatien und ein Hostel dort gebucht, weil Transit noch erlaubt war. Damit ging ich dann zum Boarding, wurde mitgenommen und in Ungarn ohne Probleme hereingelassen. Ich hatte also bewusst meine Energie auf Dinge gelenkt, die ich kontrollieren konnte und keine Energie auf die unkontrollierbaren Dinge verschwendet. Wahrscheinlich wäre ich sonst immer noch in der Ukraine und würde im Flughafen von Pfandflaschen leben. 

Auf Situationen im Außen haben wir keinen Einfluss. Friedrich Nietzsche hat in der Tradition der Stoiker sogar den Begriff „Amor Fati“ geprägt. Das bedeutet übersetzt. Liebe dein Schicksal. Finde dich wirklich voll und ganz mit dem ab, was gerade ist. Das heißt nicht, dass du es gut findest. Lediglich, dass du die Energie von dem Unveränderlichen abziehst und überlegst, was jetzt das effektivste wäre. Du hältst einen Vortrag? Du kannst nicht kontrollieren, wie viele Menschen klatschen. Aber du kannst dich bestmöglich vorbereiten. So bist du maximaler Herr der Lage und übernimmst Verantwortung.

 

#5 Apathie leben

Keine Sorge, damit ist nicht gemeint, dass du gedankenverloren herumsitzen musst. Vielmehr geht es darum, deine Emotionen zu kontrollieren. Denke bewusst nach. Entscheide bewusst. Vermeide unnötige Extreme. 

Wie kannst du das umsetzen?

Deine Emotionen werden durch Gedanken ausgelöst. Wenn also wieder einmal nicht hilfreiche Gedanken aufkommen, akzeptiere kurz, dass sie da sind. Der Gedanke ist jetzt sowieso schon da. Jetzt hast du aber die Verantwortung, wie du damit umgehst. Gibst du dich dem Selbstmitleid hin oder stoppst du den Gedankenfluss? Stehst du beispielsweise vor dem Spiegel und findest dich gerade nicht besonders hübsch, gut oder was auch immer, versuchs doch mal damit: „Ich bin heute 1 % besser als gestern!“

Nimm dir bewusst Zeit, über deine Gedanken zu reflektieren, damit wurde Marc Aurel berühmt. Dazu eignet sich ein Gedankenjournal, das du führen kannst. Überlege dir jeden Abend, welche Gedanken hilfreich waren und welche nicht. Welche solltest du in Zukunft abstellen, welche verstärken?

Wenn du dich für etwas entscheiden musst, dann mache es bewusst. Beispielsweise bei einer Kaufentscheidung. Bevor du wie ein kleines Kind aus einem Impuls heraus etwas kaufst, wende die 10-Minuten bzw. 30-Tage-Regel an. Bei kleineren Käufen wie beispielsweise im Supermarkt, wartest du 10 Minuten und überlegst, ob der Kauf sinnvoll ist oder nicht. Bei größeren Käufen denkst du 30 Tage über die Anschaffung nach. Oft ist dann der Wunsch verflogen und du hast dich vor einem unsinnigen Kauf bewahrt.

Auch das Vermeiden von Extremen ist sinnvoll. Extreme Völlerei, extremer Alkoholgenuss oder extreme Wut. Wir alle wissen, dass Extreme meistens zu nichts gutem führen. Hinterfrage hier auch immer, was du gerade machst. Gleiche es mit deinen Werten ab. Wenn dein Wert Disziplin ist, dann ist es wohl nicht sinnvoll drei Tage durchzufeiern.

 

#6 Weniger Ängste durch die Fear Setting Technik

Dabei geht es darum, sich die schlimmsten Szenarien vorzustellen und sie niederzuschreiben. Stell dir vor, du hast Angst, als digitaler Nomade durchzustarten. Was könnte dabei passieren: Du wirst ausgeraubt in einem dir unbekannten Land. Dir bleiben nur deine Kleider. Dein Geld und deine Papiere wurden auch geklaut. Keine besonders gute Situation.

Doch was würdest du dann realisieren?

Du lebst immer noch. Du hast deine Beine, mit denen du zur Botschaft laufen kannst. Du hast deinen Mund, mit dem du Leute um Hilfe bitten kannst. Du hast deinen Verstand, der Lösungen finden kann.

Merkst du, wie sich dein Blickwinkel verändert?

Würdest du dich von der Angst lähmen lassen, dann verschimmelst du womöglich für immer in deinem Nine-to-Five Job und würdest nie deine Träume leben.

 

Fazit: Die Stoa ist deutlich mächtiger, als im Lateinunterricht gelehrt

Wo könnte ich heute schon sein, wenn ich als Teenager schon die Lehren der Stoa kapiert hätte. Doch gemäß den Lehren der Stoiker ist die Situation so wie sie ist. Und das ist auch okay so. Denn so kann ich sie höchstwahrscheinlich umso kraftvoller nutzen. Und dir die Lehren weitergeben.

Was hältst du von den Lehren der Stoiker? Bist du eher Team Stoa, Team Epikureer oder doch der Hedonisten? Lass mir deine Meinung gerne in den Kommentaren!

 

Stoische Grüße

Dein Constantin

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  • Danke lieber Constantin! Bei mir hat es so richtig Klick gemacht. Ich verfolge schon seit langem höchst interessiert deinen Blog aus meiner Pizzabude hier in Manila auf den Philippinen. Dein aristokratischen Premiumgesicht gefällt mir übrigens auch sehr Schnucki… Küsschen dein Micha

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