Wenn du das liest, hast du mehr Ahnung von Wirtschaft als 90% aller Politiker – Wirtschaft zusammengefasst

Fremdschämen. Das ist meiner Meinung nach die beste Beschreibung, was ich empfinde, wenn ahnungslose Politiker über wirtschaftliche Themen sprechen. Sie versprechen ihren Wählern die tollsten Dinge. Bei genauerer Betrachtung sind diese jedoch völlig konträr zu den Gesetzen des Marktes

Da der Fokus in der Schule doch eher auf Gedichtinterpretationen, statt den wichtigen Dingen des Lebens liegt, ist das auch kaum verwunderlich. Dabei ist es wie bei der Steuererklärung. Am Anfang denkt man “Oh mein Gott, wie soll ich die Steuererklärung jemals selbst machen?” Doch, einmal durchgestiegen, ist die Steuererklärung kein Hexenwerk mehr.

Damit du dir nicht die Mühe machen musst, dich durch unzählige Bücher und Theorien durchzuwühlen, habe ich versucht, dir einen guten Überblick zum Thema Wirtschaft zu verschaffen. Kurz die Wirtschaft zusammengefasst. Und falls du mal wieder groben Unsinn wie Enteignung etc. in deinem Umfeld hörst, dann greife gerne auf diese Wirtschaft Zusammenfassung zurück!

 

Angebot und Nachfrage

Das Gleichgewicht von Angebot und Nachfrage ist die elementarste Basis des Wirtschaftssystems. Mit diesem Gleichgewicht im Hinterkopf hinterfrage ich alle wirtschaftlichen Diskussionen.

Das beste Beispiel ist aktuell der Immobilienmarkt. Denn dort sind die Preise in einigen Städten in ungesunde Höhen gestiegen. Das Angebot an Wohnungen in Ballungszentren ist zu klein. Es ziehen immer mehr Menschen dort hin. Das erhöht die Nachfrage.

Ist die Nachfrage zu hoch, erhöhen sich die Preise. Ist sie zu niedrig, sinken die Preise. Wie könnte man also wieder ein gesundes Gleichgewicht schaffen? Entweder man senkt die Nachfrage oder erhöht das Angebot.

Egal, was dir erzählt wird: Es gibt NUR diese zwei Möglichkeiten! Jetzt möchte man ja niemanden verbieten in die Ballungszentren zu ziehen, also bleibt die Nachfrage hoch. D.h. es bleibt nur die Erhöhung des Angebotes. Um den zusätzlichen Wohnraum zu schaffen, gibt es viele Möglichkeiten. Diese lernst du im nächsten Punkt kennen.

 

Steuerung von Angebot und Nachfrage

Da wir in einer sozialen Marktwirtschaft leben, ist der Staat der Richtungsgeber. D.h. er setzt die Rahmenbedingungen, um anschließend der Wirtschaft freie Hand zu lassen.

Der Staat sollte hier möglichst nur marktwirtschaftliche Instrumente walten lassen. Er sollte also nur Dinge tun, die dann selbstständig und automatisch das Angebot sowie die Nachfrage regulieren.

Kommen wir wieder zu unserem Immobilienproblem. Wie könnte der Staat hier das Angebot erhöhen?

Eine Möglichkeit wäre, die bürokratischen Hürden zu lockern und Baugenehmigungen zu beschleunigen. So werden Bauvorhaben schneller umgesetzt und neue Bauherren angelockt. 

Er könnte Bauprojekte subventionieren. Das bedeutet allerdings, dass diese Subventionen erst einmal woanders verdient werden müssen über Steuergelder. Bedenke immer, dass das Geld, welches der Staat ausgibt, immer erst einmal dem Wirtschaftskreislauf entnommen werden muss.

Er könnte die Nachfrage senken über höhere Steuern, die die Bürger in dem Ballungsgebiet zahlen müssten. Damit ist allerdings niemandem geholfen.

Entscheide selbst, welche Maßnahme für dich am effektivsten klingt.

 

Warum wird der Mietendeckel in Berlin nicht funktionieren?

Der Mietendeckel soll dafür sorgen, dass alle Mieten für 5 Jahre auf dem jetzigen Stand eingefroren werden. Durch diese Restriktion ist das Problem kurzfristig behoben. Doch wird der Standort Berlin für Investoren und Immobilienbesitzer deutlich unattraktiver, was wieder das Angebot senkt.

Also wird diese Maßnahme mittel bis langfristig das Gegenteil vom Gewünschten erreichen. Hier zeigt sich besonders schön, dass nicht-marktwirtschaftliche Instrumente meistens mehr Schaden anrichten. Denn das Gleichgewicht wird sich immer wieder herstellen wollen.

 

Warum funktioniert Planwirtschaft nicht?

Wie du gesehen hast, ist der Prozess zwischen Angebot und Nachfrage extrem dynamisch und fließend.

Die Planwirtschaft hingegen ist sehr starr und unflexibel. In der Theorie ein super System, doch wie so oft scheitert es am Menschen

Denn nehmen wir einmal an, es wird geplant, dass im nächsten Jahr 1000 Tonnen Kartoffeln geerntet werden sollen. Also wird die Produktion auf 1000 Tonnen Kartoffeln ausgerichtet. Jetzt empfiehlt “Bild der Frau” Kartoffeln als DAS Trendgemüse schlechthin und die Nachfrage steigt plötzlich auf 1500 Tonnen im Jahr. Bis die Produktion umgestellt wird, ist die Saison vorbei und es gab nicht genug Kartoffeln in den Supermärkten.

Im nächsten Jahr werden also 1500 Tonnen Kartoffeln produziert. Das Trendgemüse ist aber jetzt die Tomate. Also liegt ein Überangebot von 500 Kartoffeln in den Supermärkten und verschimmelt. Wir haben jetzt gerade mal ein Produkt betrachtet, wo schon zu viele unbekannte Variablen vorhanden waren. Jetzt stelle dir bitte einmal vor, wie das Gefüge durcheinander gerät, wenn sich Millionen Produkte nicht richtig geplant sind

 

Steuern

Sie werden benötigt, um z.B. unsere Sozialsysteme und Infrastruktur zu finanzieren. Auch hier gibt es wieder eine Dynamik. Werden die Steuern erhöht, haben die Bürger weniger Geld zum Ausgeben. Also sinkt das Vermögen des Volkes und das Vermögen des Staates steigt

Verdient ein Bürger 50.000€ und muss darauf 30% Steuern zahlen, so bleiben ihm am Ende 35.000€. Erhöht man jetzt die Steuern auf 35%, so hat er danach nur 32.500€. So hat er weniger Geld zum Ausgeben. Wenn jeder weniger Geld in die Wirtschaft pumpt, sinkt das Gesamtvermögen, das besteuert werden kann. Somit sinken auch die Steuereinnahmen.

Werden die Steuern hingegen gesenkt, steigt das Vermögen des Volkes und das Vermögen des Staates sinkt. Dadurch, dass der Bürger mehr ausgibt, wächst die Wirtschaft. So kann der Staat auf das höhere Volkseinkommen mehr Steuern bekommen. Wie du siehst, helfen höhere Steuern niemandem. 

Jetzt sagst du vielleicht, es ist doch egal, ob die Wirtschaft oder der Staat das Geld ausgibt. Dann frage dich bitte, wer ist motivierter das Geld effizient und zügig einzusetzen? Ein Unternehmer, der den Antrieb hat, seine Firma voranzubringen und seine Mitarbeiter zu bezahlen? Oder ein Beamtengremium, das unabhängig vom Projektausgang bezahlt wird und alles noch von Parlamenten absegnen muss?

Ich sage nur #BER

 

Die Bedeutung von Investitionen

Wenn du mir immer noch nicht glaubst, und vielleicht daran denkst hohe Vermögen stärker zu besteuern, ist dieser Punkt vielleicht interessant für dich. 

Im Gegensatz zur landläufigen Meinung schimmelt das Geld von vermögenden Menschen nicht auf einem Sparbuch vor sich hin. Denn sie investieren das Geld. Meistens in Aktien oder Immobilien. D.h. wenn sie eine Aktie kaufen, dann geben sie einem Unternehmen Geld in der Hoffnung, dass das Unternehmen wächst. Das Unternehmen nimmt das Geld, um neue Maschinen und Mitarbeiter zu bezahlen. Das Unternehmen wächst. Würde kein Geld investiert werden, gäbe es kein Geld im Wirtschaftskreislauf und alles wird zusammenbrechen

Wenn nun hohe Vermögen besteuert werden, müsste Geld aus dem Wirtschaftskreislauf entzogen werden. Da es ja, wie gesagt investiert ist. Das Volksvermögen sinkt wieder und der Staat hat mehr Geld. Und wieder hat das Beamtengremium den Spielball in der Hand.

 

Inflation und Deflation

Was ist eigentlich die Inflation und warum ist sie so bedeutsam?

Stell dir vor, das Angebot besteht aus 10 Broten zu je 1€. Du hast 10€ und kannst alle Brote kaufen. Am nächsten Tag gibt dir die Zentralbank 11€ und das Angebot besteht immer noch aus 10 Broten. Die Geldmenge hat sich erhöht, aber nicht das Angebot. Folglich liegt der Gegenwert eines Brotes bei 1,10€. So funktioniert die Inflation auch im Großen. Wenn die Geldmenge im Umlauf stärker steigt, als die verfügbaren Waren.

Die Deflation funktioniert umgekehrt. Am Anfang besteht das Angebot wieder aus 10 Broten zu je 1€. Du hast 10€ und kannst alle Brote kaufen. Am nächsten Tag nimmt dir die Zentralbank 1€ weg und das Angebot besteht immer noch aus 10 Broten. Die Geldmenge hat sich verringert, aber nicht das Angebot. Folglich liegt der Gegenwert eines Brotes bei 90ct. Bedeutet im Großen: Wenn die Geldmenge im Umlauf stärker sinkt, als die verfügbaren Waren, haben wir eine Deflation.

Die Aufgabe der Zentralbank ist es, die Geldmenge zu steuern. Die Zielgröße ist hierbei knapp 2% Inflation pro Jahr.

Ein interessantes Video dazu:

 

Was ist das Problem mit der Rente?

Das deutsche Rentensystem ist umlagefinanziert. Das bedeutet, dass die arbeitende Bevölkerung in das System einzahlt. Dieses Geld wird direkt wieder an die Rentner ausgezahlt. Das funktioniert aktuell noch wunderbar. Doch der Anteil der arbeitenden Bevölkerung geht zurück, während der Anteil der Rentner steigt. So müssen immer weniger Arbeitnehmer, die immer älter werdenden Rentner bezahlen. Deswegen müssen schnellstmöglich Möglichkeiten gefunden werden, das Geld nicht nur durchzureichen, sondern auch anzulegen und zu vermehren. 

Da man sich aber immer am besten auf sich selbst verlässt und handelt, solltest du die Vorsorge selbst in die Hand nehmen. Wenn du dein Geld auf dem Sparbuch liegen lässt, verliert es an Wert. Denn wenn die Zinsen 0% betragen und die Inflation 2%, dann ist dein Geld jedes Jahr weniger wert. D.h. du musst dein Geld woanders anlegen, am besten an der Börse.

 

Wie du an der Börse kein Geld verlierst, sondern verdienst

Gerade wir Deutschen sind skeptisch, was die Börse und Aktien anbelangt. Deswegen möchte ich dir als erstes den Unterschied zwischen Investition und Spekulation erklären. Du erinnerst dich bestimmt noch an die Telekomaktie, die der größte Reinfall war und viele Menschen Geld verloren haben. Der Fehler dieser Menschen war es, alles auf eine Karte zu setzen. Eine Aktie kann steigen, gleich bleiben und sinken. Was die Zukunft bringt, weiß keiner. Also war es die reinste Spekulation, darauf zu hoffen, dass die Aktie steigt. 

Gehen wir jedoch kalkulierte Risiken mit möglichst breiter Streuung ein, dann investieren wir. Denn wer streut, der fällt nicht hin. Stelle dir vor, du hast einen großen Topf, in den du Aktien aus allen möglichen Ländern und Branchen reinwirfst.

Wie groß ist die Wahrscheinlichkeit, dass ein paar Unternehmen davon pleite gehen? Sehr groß.

Wie groß schätzt du die Wahrscheinlichkeit des Totalverlustes ein, wenn du ein paar tausend verschiedene Aktien in diesem Topf hast? Da müsste schon der 3. Weltkrieg ausbrechen.

Das heißt, wir müssen das Risiko auf ganz viele verschiedene Aktien aufteilen und diese einfach liegen lassen. Generell gilt: Investiere nur in Dinge, die du verstehst! Es kann durchaus sein, dass du einige Youtube Videos anschauen musst, um vollständig durchzusteigen. Aber dann wünsche ich dir viel Spaß beim Vermögensaufbau! Wenn du dich bei der Rente im Alter auf den Staat verlässt, dann bist du verlassen!

Ein sehr guter Kanal, der dir zeigt, wie du einfach investieren kannst: Talerbox

Wenn du dich gleich auf meinem Blog zum Thema Vermögensaufbau informieren möchtest, empfehle ich dir diesen Artikel:

7 wunderbare Erkenntnisse aus Bodo Schäfers „Der Weg zur finanziellen Freiheit“

 

Warum weder Sozialismus, noch die komplett freie Marktwirtschaft funktionieren

Beide Systeme haben ihre gravierenden Schwächen, denn sie sind extreme Utopien, die so in der Realität nicht funktionieren. Zentrale Punkte im Kommunismus sind die Gleichheit und die Planwirtschaft. Und diese scheitern krachend an der Natur des Menschen. Die Schwächen der Planwirtschaft haben wir schon durchleuchtet. Da sind einfach zu viele Variablen, sowohl auf Nachfrage- als auch der Angebotsseite, die es aus den Fugen geraten lassen. Die Gleichheit im Sozialismus scheitert daran, dass sich in jedem System stärkere Menschen durchsetzen. So strebt immer wieder ein Teil der Bevölkerung nach Individualität, Freiheit aber auch Macht. Und da diese Antriebe stärker sind als jedes System, verliert der “edle Gedanke” der Gleichheit seine Daseinsberechtigung. 

Warum funktioniert der Hardcorekapitalismus nicht in der Realität, wenn sich der Markt doch immer selbst regelt (Angebot und Nachfrage)?

Erstens können bei Marktkorrekturen richtig harte Pleiten auftreten, die ohne ein Sozialsystem höchstwahrscheinlich für soziale Unruhen sorgen. Also müssen um des sozialen Friedens willen Auffangmöglichkeiten geschaffen werden. Zweitens wird es immer Leute geben, die die totale Freiheit ausnutzen für betrügerische, ausbeuterische und kriminelle Geschäftspraktiken. Um diesem Gebaren einen Riegel vorzuschieben, braucht es Marktregeln.

Eine Regierung hat eigentlich immer die Aufgabe, eine Waage aus Staatseingriffen und freier Marktwirtschaft zu bedienen. Wenn der Staat zu stark wird, muss die Regierung der Wirtschaft wieder mehr Luft zum Atmen geben. Wenn es zum Missbrauch des Marktes kommt, muss der Staat reglementieren. 

Und bedenke, Böses gehört zur Natur des Menschen. Wenn es zu unmenschlichem Verhalten kommt, ist nicht der Kapitalismus an sich schuld, sondern einzelne Akteure. Wir sollten dankbar für unsere wirtschaftliche und demokratische Freiheit sein. Wer sich etwas anderes wünscht, dem empfehle ich die Migration nach Nordkorea! 

Ich hoffe diese Wirtschaft Zusammenfassung hat dir eine gute Übersicht gegeben. Was ist noch unklar? Was fehlt deiner Meinung nach, was über Wirtschaft zusammengefasst werden sollte? Schreib es mir gerne in die Kommentare!

 

Wirtschaft Zusammenfassung – was kannst du mitnehmen?

  • Angebot und Nachfrage sind immer dynamisch und beeinflussen sich gegenseitig
  • Planwirtschaft kann nicht auf kurzfristige Veränderungen am Markt reagieren
  • Der Staat ist NICHT der bessere Unternehmer
  • Nur mit Kapitalinvestitionen wächst die Wirtschaft
  • Wenn die Geldmenge stärker steigt, als die verfügbaren Waren, haben wir Inflation
  • Wenn die Geldmenge stärker sinkt, als die verfügbaren Waren, haben wir Deflation
  • Das Rentensystem wird kollabieren, weil es immer weniger Einzahler, aber mehr Rentner gibt
  • Sicheres Investieren an der Börse gelingt mit einer breiten Streuung
  • Sowohl Sozialismus als auch kompletter Kapitalismus funktionieren nicht in der Realität

Weiterführende Bücher und Videos

Rainer Zitelmann – Kapitalismus ist nicht das Problem, sondern die Lösung*

Adam Smith -Der Wohlstand der Nationen*

 

Thomas Sowell – Basic Economics*

 

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